Praktika in einer Unternehmensberatung- Ein Interview – uniClever.de
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Praktika in einer Unternehmensberatung- Ein Interview

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Erfahrung einer BWL Studentin

 

Eine BWL-Studentin aus dem dritten Semester berichtet über ihre Aufgaben und Erfahrungen als Praktikantin in einer Unternehmensberatung und verrät ein paar Tipps und Möglichkeiten für ein erfolgreiches Praktikum im Consulting.


Warum ein Praktikum in der Unternehmensberatung?

Die Idee für das Praktikum in einer Unternehmensberatung kam mir durch Consulting-Vorlesung an meiner Universität. Ich finde es faszinierend, wie vielseitig und abwechslungsreich  die Arbeit im Consulting sein kann und wollte mir selbst davon ein Bild machen.

Der Bewerbungsprozess:

  1. Wann hast du dich beworben
  2. Nach welchen Kriterien hast du die Unternehmen ausgewählt
  3. Wie lief das
  4. Bewerbungsgespräch ab?
  5. Was würdest du im Nachhinein als Hürden betrachten?

Ich habe mich im Juni beworben und mein Praktikum dann im September begonnen. Jedoch habe ich festgestellt, dass vor allem die größeren Unternehmensberatungen häufig schon mehrere Praktika in dem Bereich voraussetzen, weshalb es eine längere Zeit gedauert hat, bis ich bei einer Firma angenommen wurde.

Ich habe mich bei vielen verschiedenen Unternehmensberatungen beworben, ohne nach speziellen Kriterien zu schauen, da ich dafür noch zu wenig über die Branche wusste. Bei meinem nächsten Praktikum werde ich das sicher anders machen, aber für einen Einstieg hat das für mich gut funktioniert.

Mein Bewerbungsgespräch lief relativ klassisch ab und ich musste keine Fallstudie lösen oder Ähnliches. Mein späterer Chef wollte nur mehr über mich und meine Ziele erfahren und hat mir direkt an diesem Tag noch ein Angebot gemacht, was ich auch angenommen habe. Jedoch sollte ich erwähnen, dass das Praktikum, wofür ich angenommen wurde, unbezahlt war.

Hürden für ein Praktikum in der Unternehmensberatung sind definitiv die sehr anspruchsvollen Voraussetzungen, die Praktikanten erfüllen müssen: 2-3 vorherige Praktika, Auslandserfahrung und überdurchschnittliche gute Noten sind hier keine Ausnahme, das sollte einem bewusst sein.

Für welche Praktikumsdauer hast du dich entschieden und warum? Hättest du dich rückblickend anders entschieden?

 Ich habe mich für ein dreimonatiges Praktikum entschieden, da ich so einen tiefgründigen Einblick in die Unternehmenspraxis erlangen konnte. Das war rückblickend auch eine gute Entscheidung, weil ich wirklich die Chance hatte, Teil des Teams zu werden und an verschiedenen langfristigen Beratungsprojekten mitarbeiten zu können. Aus diesem Grund würde ich mich wieder für drei Monate entscheiden, falls das zeitlich machbar ist.

 Was waren deine Aufgaben?

Zu meinen Aufgaben gehörte beispielsweise die Erstellung von SWOT-Analysen von verschiedenen Unternehmen und anschließend die Ausarbeitung von Maßnahmen, um für die Probleme des Unternehmens Lösungen zu finden.

Außerdem musste ich Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen sowie betriebswirtschaftliche Auswertungen auswerten und mit deren Hilfe verschiedene Anträge ausfüllen. Weiterhin gehörte es zu meinen Aufgaben, einen Geschäftsplan für eine Unternehmensgründung zu überarbeiten und meine Änderungen anschließend mit dem Gründerteam zu diskutieren.

Welche Studieninhalte konntest du in der Praxis anwenden?

 Mir haben vor allem die Inhalte des Rechnungswesens sehr oft weitergeholfen, da ich mich gut mit den einzelnen Bilanzpositionen auskannte und wusste, was sich hinter ihnen verbirgt. Ohne diese Vorkenntnisse hätte ich viele der Aufgaben gar nicht oder nur viel schlechter lösen können, da ich täglich mit Bilanzen, betriebswirtschaftlichen Auswertungen etc. arbeitete.

Wie würdest du abschließend dein Praktikum bewerten? Hat es deinen Berufswunsch und Laufbahnplanung gefestigt?

Insgesamt hat mir mein Praktikum sehr viel Spaß gemacht und daher werde ich auch weiterhin auf eine Karriere in der Unternehmensberatung hinarbeiten.

Man sollte sich aber vor einem Praktikum in einer Unternehmensberatung auf jeden Fall bewusst sein, dass dort oft nicht nur acht Stunden am Tag gearbeitet wird, sondern auch viele Überstunden notwendig sein können, bis die oft dringenden Aufgaben erledigt sind. Aber da ich immer viel zu tun hatte und es nie langweilig war, hat sich der stressige Praktikumsalltag für mich persönlich sehr gelohnt.

Was würdest du anderen als Tipp mitgeben, wenn sie sich für ein Praktikum in der Unternehmensberatung interessieren?

Ich persönlich würde mich für das erste Praktikum in diesem Bereich eher auf kleinere Beratungsunternehmen fokussieren und mich dort bewerben, da meiner Erfahrung nach die größeren Firmen schon viel Praxiserfahrung voraussetzen. In den kleineren Unternehmen kann man auch schon einen sehr guten Einblick in die Unternehmensberatung gewinnen. Wenn es einem gefällt, kann man sich anschließend bei größeren Beratungsunternehmen bewerben und dann auch schon einige Praxiserfahrungen vorweisen, was natürlich die Chancen auf ein Praktikum erhöht.

Author

Caroline Krause

Caroline Krause studiert Politik und Wirtschaft an der Universität Potsdam.

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